Die Predigtstation Pottendorf

In der Reformationszeit war Pottendorf mehrheitlich evangelisch. Bei einer Visitation im Jahr 1544 stellte sich heraus, dass schon 4 Jahre kein katholischer Geistlicher hier amtierte. Die Besitzer von Schloss Pottendorf, die Herren von Zinzendorf und später die Herren von Königsberg, bekannten sich wie die meisten niederösterreichischen Adeliegen, zum Protestantismus. Durch Erlaubnis des Kaisers Maximilian II. durften die Adeligen auf ihren Schlössern evangelische Prediger beschäftigen.

Die Anwesenheit der evangelischen Geistlichen war für die Einwohner Pottendorfs nicht ohne Bedeutung, durch ihre Predigten entstand ein reges protestantisches Leben. Von 1571 bis 1575 Hatte Christoph Natter das Predigtamt inne. nach dem Sieg der kaiserlichen Truppen im Dreißigjährigen Krieg gegen die aufständischen evangelischen Truppen bedeutete das auch für Pottendorf das Ende des Protestantismus.

Im Jahr 1906 gab es erst wieder Gottesdienste im Saal des Gasthofes Pösl. Nach zwölfjähriger Unterbrechung dann wieder ab 1923 regelmäßig Gottesdienste in der Schule. Seit 1978 feiert die kleine Predigtstationsgemeinde im Festsaal der Mälzerei Koch. Religionsunterricht wird in den Pflichtschulen erteilt, seit einigen Jahren finden gelegentlich auch Konfirmationen und regelmäßig Bibelstunden statt. Auch das ökumenische Klima im Ort ist sehr gut.