150 Jahre evangelische Pfarrgemeinde Wiener Neustadt

- ein Überblick von Barbara Wlezczek


Der erste evangelische Gottesdienst im Bethaus am Allerheiligenplatz

Der aus Györ/Ungarn stammende Christoph von Habermayer kaufte die ehemalige Synagoge am Allerheiligenplatz und ließ diese zu einem evangelischen Bethaus umbauen (jetzt Café Witetschka). Der erste Gottesdienst fand am 28. Mai 1837 statt, der Wiener Superintendent Christian Heyser hielt diesen.

Gründung der Pfarrgemeinde Wiener Neustadt

Anstoß zur Gründung kam von den aus der Schweiz stammenden Fabrikbesitzern H. B. und deren Angehörigen. Zum ersten Pfarrer wurde Dr. Julius Kolatschek gewählt. Am 8. April 1861 wurde das Protestantenpatent durch Kaiser Franz Joseph I verkündet, damit bekam die Pfarrgemeinde rechtliche Gleichstellung mit allen Kirchen.

Die neue Evangelische Schule wird eingeweiht

1861 nahm die Evangelische Schule mit einer Klasse und einem Lehrer im Bethaus den Betrieb auf. Nicht nur evangelische und katholische Schüler, auch zahlreiche jüdische Schüler besuchten die Schule. Heute ist die Schule zum Gemeindezentrum umgebaut und steht neben der Kirche.

Einweihung der neuen Evangelischen Kirche

Der Bau einer Kirche wurde immer lauter gefordert und so beschloss die Gemeinde den Bau eines „würdigen Gotteshauses“. Die Grundsteinlegung erfolgte zu Pfingsten 1910 und nach knapp einjähriger Bauzeit wurde die Kirche am 17. September 1911 durch Superintendent Lichtenstettiner geweiht.

Bombardierung im Zweiten Weltkrieg

Im ganzen sieben Bomben auf das Gemeindeareal zerstörten das Kirchenschiff, die Turnhalle und legten die das halbe Schulhaus in Trümmer.

Wiederaufbau der Kirche

Nach Ende des Krieges ging die Gemeinde langsam an den Wiederaufbau. Nach der Einweihung der Kirche 1955 wurde wieder eine Orgel angeschafft. 1962 konnten 3 Glocken in den Turm aufgezogen werden. 1981 wurde der Turmhelm wieder aufgesetzt. Das Untergeschoß des Schulhauses wurde zu Gemeinderäumen, im oberen Stockwerk befinden sich die Pfarrerswohnungen.