TAUFE


Unser christlicher Glaube stellt sich nicht unmittelbar nach Gesprächen oder nach einer zündenden Predigt ein. Glaube ist ein sehr persönlicher Vorgang, ein Weg. Dieser Glaubensweg beginnt mit der Taufe, sie steht am Anfang des christlichen Lebens. Aber was ist sie eigentlich? Was kann mir die Taufe bedeuten? Will ich es für mein Kind? Und wie geht das ganz praktisch?


Ursprünglich wurde die Taufe durch Untertauchen des Täuflings und der Taufformel „Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes“ vollzogen. Heute werden die Täuflinge nicht mehr mit dem ganzen Körper untergetaucht, sondern dreimal mit Wasser begossen. Mit der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Traditionell sind es kleine Kinder, die getauft werden.


Gerade bei ihnen wird deutlich, dass die Taufe ein Geschenk ist, das sich ein Mensch nicht erst verdienen muss. Eltern und Paten machen mit der Taufe deutlich: Das Kind ist in Gottes Hand gut aufgehoben – und wir wollen alles dafür tun, dass in unserem Kind der Glaube wachsen kann.


Die Taufe gilt ein Leben lang. Wer als Kind getauft ist, bestätigt die Zugehörigkeit zur Kirche später bei der Konfirmation. Wer in den ersten Lebensjahren nicht getauft wurde, kann sich als Jugendlicher oder Erwachsener selbst dafür entscheiden.


Gleich zu welchem Zeitpunkt im Leben: Die Taufe ist die Zusage der Liebe und Vergebung Gottes. Und damit ist sie, neben dem Abendmahl, in unserer Kirche die wichtigste heilige Handlung.



Taufe und christliche Erziehung gehören zusammen. Wer sich für die Taufe seines Kindes entscheidet, der verspricht, es zum Glauben an Jesus Christus hinzuführen. Das Kind soll in das Gemeindeleben hineinwachsen. Ein Getaufter muss wissen, dass und warum er getauft ist. Darum verpflichten sich die Eltern und die Kirchgemeinde, ihre getauften Kinder im Glauben zu unterweisen. Getaufte bedürfen des Erfahrungs- und Gedankenaustausches. Und Sie selber wollen doch auch Ihr Kind christlich erziehen. Gottesdienstbesuch und Taufe allein genügen da nicht.


Denn Taufe ohne Unterweisung im Glauben ist im wahrsten Sinn des Wortes nur eine halbe Sache. Und wenn wir schon etwas anfangen, soll es etwas Ganzes und Rundes sein! Bei vielen Menschen ist der Kontakt zur Kirche abgebrochen. Die Taufe bietet eine gute Gelegenheit, den Faden wieder aufzunehmen. Junge Eltern können die Erfahrung machen, dass die Kirchengemeinde mehr bietet, als vermutet. Wir möchten eine Gemeinschaft sein, die sich um mehr als oberflächliche Geselligkeit bemüht. Hier finden Menschen zusammen, die trotz sehr unterschiedlichen Erlebnissen eine gemeinsame Erfahrung haben: Unser christlicher Glaube gibt ein tragfähiges Fundament für das Leben.


Fragen und Antworten zur Taufe




Was ist, wenn die Eltern verschiedenen christlichen Konfessionen angehören?


Zunächst ist gut zu wissen: Fast alle christlichen Konfessionen erkennen gegenseitig die Taufe an. Einige Freikirchen bilden da eine Ausnahme.


Gehört ein Elternteil der Evangelischen, der andere der Katholischen Kirche an, so müssen sich die Eltern einigen, ob ihr Kind in der Evangelischen oder Katholischen Kirche getauft werden soll. Entscheidend dabei ist sicher, in welcher Gemeinde sich die Familie wohl fühlt.

Für die Taufe ist zuerst der Pfarrer der Gemeinde zuständig, in welcher die Eltern des Täuflings wohnen.




Müssen die Eltern Mitglied der Kirche sein?


In der Taufe geht es um den Zuspruch Gottes für das Kind. Die Eltern bekräftigen in ihrem Taufversprechen, dass sie ihr Kind im christlichen Glauben erziehen und begleiten wollen und dass es die christliche Gemeinschaft erfahren soll. So ist es nötig, dass mindestens ein Elternteil unserer Evangelischen Kirche angehört.


Wenn Vater und Mutter nicht Mitglied der Kirche sind, für ihr Kind aber die Taufe wünschen, entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem, weil die Taufe in die Gemeinschaft einer Kirchengemeinde hinführen will. Das führt zur Frage: „Warum wünschen Sie für Ihr Kind etwas, das Sie für sich selbst ablehnen?“ Die Antwort auf diese Frage ist deshalb so wichtig, weil die getauften Kinder leichter in die christliche Gemeinschaft hineinfinden, wenn sie sich am Vorbild der Eltern orientieren können.




Müssen die Paten einer Kirche angehören?


Grundsätzlich ja. Die Paten sollen dem Kind den Glauben und die christliche Gemeinschaft näher bringen. Mindestens ein Pate sollte – muss aber nicht – evangelisch sein. Pate kann werden, wer getauft und konfirmiert ist bzw. einer christlichen Konfession (z.B. der katholischen) angehört. Ist die Patin oder der Pate nicht Mitglied unserer Gemeinde, werden sie um eine Patenbescheinigung gebeten. Diese stellt das Heimatpfarramt der Paten aus. [Hier sind weitere Informationen für die Paten.]




Soll die Taufe im Gemeindegottesdienst am Sonntag oder am Samstag in einem eigenen Gottesdienst stattfinden?


In unserer Gemeinde finden die meisten Taufen in einem eigenen Gottesdienst am Samstag statt, seltener im sonntäglichen Gottesdienst. Doch sind beide Möglichkeiten bedenkenswert.


Der Sonntaggottesdienst ist länger und kann, weil an ihm die ganze Gemeinde teilnimmt, nicht so genau auf den Täufling abgestimmt werden. Doch möchten Taufeltern ihr Kind mitunter im Gemeindegottesdienst taufen lassen, denn so wird deutlich, dass ein neuer Mensch in die Gemeinschaft hineingetauft wird. Die Taufgottesdienste, vor allem am Samstag, haben den Vorteil, dass sie sehr persönlich gestaltet werden können.




Kann die Taufe auch in einer anderen evangelischen Gemeinde sein?


Natürlich ist das möglich. Sie müssen alle Termine mir Ihrer „Wunschgemeinde“ absprechen. Unsere Gemeinde teilen Sie Ihren Wunsch mit. Sie brauchen eine Delegation (manchmal auch Dimissiorale genannt) des Pfarrers Ihrer Heimatgemeinde.




Wie lange im Voraus sollten die Eltern Kontakt mit dem Pfarramt aufnehmen?


Wenn Sie einen bestimmten Tag für die Taufe im Blick haben, dann sollten Sie rechtzeitig mit unser Pfarrerin oder unseren Pfarrern Kontakt aufnehmen.


Ein Anruf in unserem Gemeindebüro regelt dies sehr schnell: 02622 / 22 3 88. Für die Taufgespräche stehen Pfarrerin Angelika Petritsch, Pfarrer Peter Mömken und Pfarrer Wolfgang Salzer zur Verfügung. Auch Lektorinnen und Lektoren unserer Gemeinde sind zur Sakramentsverwaltung befähigt, d.h. auch sie dürfen Kinder und Erwachsene taufen.


Es empfiehlt sich, spätestens ein Monat im Voraus Kontakt aufzunehmen.




Welche Unterlagen brauche ich für das Taufgespräch?


Der Taufe geht ein Taufgespräch voraus. Weil in der Regel kleine Kinder getauft werden, sind es Gespräche mit den Eltern, zu denen die Paten von unserer Seite sehr willkommen sind. Meist sind es interessante Gespräche, die von der Gestaltung des Taufgottesdienstes bis zur Bedeutung von Taufe und Glaube für das Leben reichen.


Oft wird noch ein zweiter Gesprächstermin vereinbart, weil beim ersten Mal gar nicht alles besprochen werden konnte. Zu diesem Gespräch sollten Sie außerdem bereithalten: Die Geburtsurkunde des Täuflings, die Heiratsurkunde und die Taufscheine der Eltern, oder die standesamtlichen Geburtsurkunde und der Taufschein der Mutter.

Wenn die Patin oder der Pate nicht Mitglied unser Gemeinde ist, benötigen wir eine Patenbescheinigung.




Gibt es Vorschriften für den Taufgottesdienst?


Das „Grundgerüst“ ist vorgegeben: Gebete und das Glaubensbekenntnis werden gesprochen, Bibeltexte gelesen. Die Taufe selbst wird mit Wasser und der Taufformel vollzogen. Der Segen beschließt den Gottesdienst. Darüber hinaus gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Ob Kinder mit zu Taufstein kommen, ob Kerzen entzündet werden oder wie die Tauffrage an Eltern und Paten genau formuliert werden, können Sie im Taufgespräch mit unserer Pfarrerin oder unseren Pfarrern gemeinsam überlegen und planen. [Hier als Beispiel ein Taufgottesdienst aus Wiener Neustadt.]




Wer sucht die Lieder aus?


Mehrere Lieder unseres Evangelischen Gesangbuches passen in den Taufgottesdienst, natürlich auch andere christliche Lieder. Im Taufgespräch können die Eltern gemeinsam mit den Pfarrern die Lieder auswählen.




Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?


Wir bitten, dass während des Gottesdienstes nur eine Person das Filmen oder Fotografieren übernimmt. Denn für die feierliche und gottesdienstliche Atmosphäre ist es störend, wenn es dauernd surrt und klickt und wenn Menschen mit ihren Kameras umhergehen.

Nach dem Gottesdienst besteht selbstverständlich die Möglichkeit, auch in der Kirche Täufling und Taufgemeinde zu fotografieren.




(Quelle: Taufe – Zeichen der Hoffnung, herausgegeben vom Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche, Hamburg)